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Die Brennerautobahn verbindet Europa

Mehr als zwölf Millionen Fahrzeuge pro Jahr

Die Überquerung der Alpen ist nur auf wenigen Passstraßen und durch Tunnel möglich. Die für den Straßenverkehr meist genutzte Strecke ist die über den 1370 Meter hohen Brenner zwischen Österreich und Italien. Als eine der ersten Gebirgsautobahnen überhaupt wurde die Brennerautobahn (A13) zwischen 1963 und 1974 errichtet. Als Autostrada A22 führt sie weiter nach Modena. Sie gehört heute zu den am stärksten belasteten Routen in Europa: Das Aufkommen wird auf rund zwölf Millionen Fahrzeuge im Jahr geschätzt. Rund 2,25 Millionen Lastwagen ratterten 2017 nach Angaben des Landes Tirol an der Zählstelle in Schönberg vorbei, acht Prozent mehr als im Vorjahr. Die Anwohner klagen über Lärm und Abgase, die Belastungsgrenze sei erreicht. Die Regierungen in Wien und Rom vereinbarten deshalb den Bau des Brennerbasistunnels zwischen Innsbruck und Franzensfeste/Fortezza. Doch erst von 2026 an soll der Eisenbahntunnel für gemischten Personen- und Güterverkehr auf einer Länge von 55 Kilometern die Alpen unterqueren. Rechnet man die größtenteils bestehende unterirdische Umfahrung Innsbrucks hinzu, würde der Tunnel 64 Kilometer Länge erreichen. Das wäre die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt. 

Aus Mittenwalde wird Mons Brennus

Der 1370 Meter hohe Brennerpass ist die kürzeste Route von Österreich in den Süden. Der Name entstand wahrscheinlich Ende des 13. Jahrhunderts. 1328 wurde die Passhöhe „ob dem Prenner“ genannt, später Mons Brennus. Der Begriff geht vermutlich auf einen Mann zurück, der Brandrodung betrieb. Zuvor hieß das kleine Dorf Mittenwalde. Aus der Karolingerzeit (um 800) sind lediglich Streckenbezeichnungen überliefert: per alpes Rhaeticas oder per alpes Noricas (durch die Rätischen bzw. Norischen Alpen). 

Von den Römern bis zur Eisenbahn

Offenbar schon seit der Steinzeit wurde der Pass als Alpenübergang genutzt. Die Römer erkannten die strategische Bedeutung als wichtige Verbindung zwischen Italien und der Provinz Raetia. Sie besetzten den Pass und sicherten ihn militärisch. Dennoch gelang es immer wieder feindlich gesinnten Stämmen, über den Brenner in die Po-Ebene vorzudringen, zum Beispiel den germanischen Kimbern 102 v. Chr. Kaiser Septimius Severus ließ zwischen 195 und 215 n. Chr. die unbefestigten Pfade zu einer Straße ausbauen, die aber sehr schmal und teilweise sehr steil war. Aufgrund der guten Bauweise hielt sich diese Handelsroute viele Jahrhunderte. Dauerhaft besiedelt ist die Gegend seit etwa 1000. Im Mittelalter nahm der Verkehr kontinuierlich zu, auch wenn die Infrastruktur verfiel. Erst mit der Fertigstellung der Brennerbahn über den Pass 1867 erlebte der Transit einen neuen Aufschwung. Diese erste Eisenbahnstrecke über den Alpenhauptkamm entstand in nur drei Jahren Bauzeit. 

Bau der Brennerautobahn

36 Kilometer lang ist der österreichische Teil der Brennerautobahn zwischen der Stadt Innsbruck und der italienischen Grenze (A13). Errichtet wurde er in der ersten Hälfte der 1960er Jahre. Kernstück ist die Europabrücke. Sie überspannt rund sieben Kilometer oberhalb von Innsbruck das Wipptal zwischen Patsch und Schönberg. Nach ihrer Fertigstellung 1963 war die Europabrücke zehn Jahre lang die höchste Brücke Europas, sie ist heute noch die höchste Brücke Österreichs. Der höchste Pfeiler ist 146,5 Meter lang. Im November 1963 wurde das Teilstück der Autobahn für den Verkehr freigegeben. Ende 1968 ging der 50 Kilometer lange Abschnitt zwischen Bozen und Trient in Betrieb. Alle anderen Abschnitte folgten bis 1974. Am 5. April 1971 wurde der Autobahnverkehr von Österreich in Richtung Süden aufgenommen, drei Jahre später konnte die Strecke erstmals durchgängig befahren werden. Die Gefahr durch Lawinen wurde von den Verantwortlichen anfangs unterschätzt. Erst nach dem Tod von sechs Menschen in ihren Autos durch einen Lawinenabgang auf der Südtiroler Seite des Passes 1975 wurden Lawinenschutzbauten errichtet. 

Niedrigster Pass über den Alpenhauptkamm

Mit einer Höhe von 1370 Metern ist der Brenner der niedrigste Pass über den Alpenhauptkamm. Seit 1920 verläuft dort die Staatsgrenze. Heute bilden die Kämme der Tiroler Hochgebirge die Grenze zwischen dem österreichischen Bundesland Tirol und der italienischen Provinz Südtirol. Im Norden flankiert die zur Gemeinde Gries am Brenner gehörende Rotte Brennerpass die Route, im Süden auf der italienischen Seite die Gemeinde Brenner. Im Westen überragt der Sattelberg (2115 Meter) den Pass, er gehört zu den Stubaier Alpen. Im Osten erhebt sich der Wolfendorn (2776 Meter), der zu den Zillertaler Alpen gehört. Der Brennerpass teilt das Wipptal in zwei Hälften. Es besteht aus den nord- bzw. südseitig zum Brenner führenden Tälern der Sill und des Eisack.