Woher kommt eigentlich der Begriff Pickerl? – Der Blog über Vignetten und Maut – vignette-sofort.com

Woher kommt eigentlich der Begriff Pickerl?

Dass sich hinter dem Begriff eine kleine Geschichte verbirgt, ist jedenfalls im Lande Österreich bekannt. Als Pickerls werden in Österreich grundsätzlich Aufkleber oder Etiketten genannt. Gut zu wissen, wenn Österreich als Reiseziel ausgewählt wird oder wenn Sie anderweitig mit diesem eher unbekannten Begriff zusammentreffen. Relativ häufig werden in Österreich Prüfplaketten wie die Auto-Prüfplakette als Pickerl bezeichnet. Nach einer technischen Begutachtung der Kraftfahrzeuge und bei der Erstzulassen werden KFZ-Pickerls ausgestellt. Diese Überprüfung gilt nach § 57a des österreichischen Kraftfahrzeuggesetzes. Angewendet werden grüne und weiße Begutachtungsplaketten. Hinter dem Wort verbergen sich daher allgemein wichtige Prüfungen, Kennzeichnungen und Nachweise. 

Ein Wörtchen mit umfassendem Spektrum 

Zum Ganzen sind auch Autobahnpickerl präsent – man mag es kaum glauben, ein unbekanntes Wort mit dennoch großer Spannbreite. Innerhalb Österreich wird das Wort daher für vielerlei unterschiedliche Tickets verwendet, hinter denen sich teilweise wichtige Bedeutungen verstecken. Auch wenn das Wörtchen außerhalb des Landes nicht allzu die Runde macht, so ist es in Österreich umso bekannter und bedeutend. Regional unterschiedlich im Einsatz ist das Wörtchen zudem: So gilt es in Wien als gebührenpflichtiges Parkticket für Anwohner. Von einem Parkpickerl in Wien profitieren hauptsächlich Anwohner, die ihr Auto in unmittelbarer Wohnortnähe parken möchten. Über den Tellerrand hinaus, sprich außerhalb Österreich wurde der Begriff von den Medien aufgegriffen. Der Anlass dafür war die Ölkrise nach dem Jom-Kippur-Krieg. Genau dann, als innerhalb Österreich ein autofreier Tag eingeführt wurde. An diesem einzigartigen Tag im Jahr, sollten die sogenannten Pickerltickets auf der Windschutzscheibe platziert werden, um den autofreien Tag zu erkennen zu geben. Was wäre es dann ohne einen Spitznamen für den Gründer des autofreien Tages. Kurzerhand kam ein Spitzname in den Umlauf und der Handelsminister Josef Staribacher erhielt den passenden Kosenamen Pickerl-Pepi. 

Der Begriff setzt sich auch in der Hochschule durch

Die extravagante Bezeichnung etablierte sich im Laufe der Jahre zunehmen und wurde mehr und mehr beliebt und auch weitere Tickets werden nun heutzutage als Pickerl-Tickets bezeichnet. Kurz und knapp benannt, gelten Pickerls sozusagen für Tickets/Nachweise und es ist umgangssprachlich das Selbe gemeint. Auch die Entsorgungsbetriebe hatten bis zum Jahr 2005 mit einem Kühlschrank-Pickerl zu tun. Sobald ein Kühlschrank erworben wurde, war es vom Umweltforum Haushalt die Pflicht, ein Entsorgungsbeitrag abzutreten. Diesen Nachweis der Beitragsleistung wurde durch ein Kühlschrank-Pickerl bestätigt. Ganze 12 Jahre wurde das Kühlschrank-Pickerl angewendet. Heutzutage vertreten ist diesbezüglich lediglich noch das Energiepickerl. Dieses klärt über den genauen Energieverbrauch und daraufhin deren Betriebskosten von Waschmaschinen, Kühlschränken und weiteren Elektrogeräten auf – ein Energiepickerl bedeutet sozusagen ein verbraucherorientiertes Info-Etikett. Das entzückende Wörtchen ist auch außerhalb des Kraft- und Straßenverkehrs gebräuchlich. Die Hochschülerschaft nennen ebenso das Substantiv als Eigen und machen in der Mensa darauf aufmerksam. Mensa-Pickerl ist ein Preisnachlass auf jedes Mensa-Menü der Universität Wien. Ein Schmunzeln auf den Lippen ist natürlich gewährt und das Wörtchen ist sozusagen wohl auch als PR ein Hit.